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Kersten Steinke

Thüringen: "Deutschlands starke Mitte" muss bei Löhnen noch erheblich zulegen

Kersten Steinke, linke Abgeordnete aus Nordthüringen, kommentiert die neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit zu den sozialversicherungspflichtigen Bruttoarbeitsentgelten für das Jahr 2017:

„Wahlsprüche wie „Deutschlands starke Mitte“ bilden nicht die Realität ab. Allerdings liegen die Regionen Thüringens bei den Durchschnittslöhnen verglichen mit anderen Teilen Deutschlands nur in der breiten Mitte der Statistik. Im Kyffhäuserkreis werden 2.427 Euro, in Nordhausen 2.467 Euro und im Eichsfeld 2.360 Euro monatlich brutto im Mittel verdient. Das ist nur etwa die Hälfte von dem, was in den Städten mit den höchsten Löhnen in Deutschland, in Wolfsburg und Ingolstadt mit über 4.600 Euro verdient wird. Selbst in der sogenannten Lichtstadt Jena mit dem Unternehmen Carl Zeiss liegt der Verdienst mit 3066 Euro zwar an der Spitze in Thüringen aber insgesamt im Mittelbereich.

Von gleichwertigen Lebensverhältnissen kann in Deutschland somit nicht gesprochen werden. Es ist beschämend, dass Ostdeutschland flächendeckend von niedrigen Löhnen gekennzeichnet ist. Wenn die Bundesregierung es mit gleichwertigen Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in allen Regionen ernst meint, darf es nicht bei Lippenbekenntnissen und Ankündigungen bleiben. Erste Schritte wären unter anderem die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde und die Abschaffung von Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit. Zudem müssen Tarifverträge und Tarifbindung gestärkt werden.“

 

Kersten Steinke, 09.08.2018